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| T H E A T E R |
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Die "Kantan" übertitelte Produktion setzt sich aus drei Teilen zusammen: Die beiden Stücke "Herbstwind" und "Kantan", deren Textgrundlage japanische Nô-Spiele aus dem 14. und 15. Jahrhundert bilden, verbinden Geheimnis und Suche auf geheimnisvolle Weise. In "Herbstwind begibt sich eine junge Frau verzweifelt auf die Suche nach ihrem Geliebten – ihre Liebesraserei spiegelt sich in der herbstlichen Natur wider. So wird die Einheit von Natur und Mensch heraufbeschworen. "Kantan" handelt von der Suche eines Mannes nach Reichtum und Ruhm, die zur Metapher für die Vergänglichkeit allen Besitzes wird. Zwischen diesen besinnlichen Stücken ist das komödienhafte "Freiheit für eine Nacht" zu sehen. Darin rücken die allzu menschlichen Nöte und Begierden in den Mittelpunkt des Geschehens: Ein Mann versucht seiner Frau mit List und Tücke eine Nacht mit der Geliebten abzuringen, doch er hat nicht mit dem Witz seiner Gattin gerechnet. Regisseur Yoshi Oida hat in jahrelanger Zusammenarbeit mit Peter Brook viel Erfahrung mit einem gegenwärtigen, kulturübergreifenden Theater gesammelt und auch schon selbst mehrere Stücke konzipiert. "Kantan", seine zweite Arbeit mit dem Meta Theater, versucht ebenfalls, Kunst jenseits kultureller Prägung zu schaffen: Das klassische japanische Theater soll weder imitiert noch in westliches Theater transformiert werden. Oida schafft eine harmonische Komposition zwischen Musik-, Tanz- und Sprechtheater. Der Zuschauer soll sich also nicht nur an dem Gesehenen und Gehörten erfreuen und sich damit zufriedengeben, sondern die suggestiven Bilder weiterdenken.
Kritik Aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 14. November 1989: "Die Erfüllung ist nur geträumt": "Und doch, so scheint es,
hat Oida Tradition bewahrt, was Themen, Strukturen und Symbole des
Nô angeht. (...) das Leben ist nur ein vergänglicher
Traum, nur dies gilt es jenseits allen Moralisierens zu erkennen.
(...) Raffinierte Verschiebungen von Zeit und Raum, delikate
Gratwanderungen zwischen pirandelleskem Sein und
Schein." |
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Die Poesie des Titels "Im Gefolge fallender Blüten" setzt sich in der Inszenierung fort: Das erinnerte Spiel über die Verkettung von Mann und Frau läßt Tanz, Musik und Worte zu einer harmonischen Einheit verschmelzen. Inspiriert von Werken des irischen Dichters W. B. Yeats wird die Liebe mit viel Gefühl als Kampf der Geschlechter gezeigt. Aber statt vorgefertigte Meinungen zu illustrieren, verbleibt die Inszenierung im Traumhaft-Ungewissen. Der Zuschauer muß sich die Fragen, die die Produktion aufwirft, selbst beantworten.
Kritiken Aus einer Sendung von Rias Berlin
von Bärbel Jäschke am 8. April 1988: |
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Die Dichterin Onono Komatshi, von deren Schicksal
"Über den Berg kommen" handelt, lebte Mitte des 9.
Jahrhunderts in Japan. Sie wurde wegen ihrer Schönheit und
ihres Reichtums gerühmt. Doch nachdem sie durch ihren Stolz den
Tod eines Mannes, der sie liebte, verschuldet hat, verarmt die
grausame Schöne und stirbt. Aber auch im Tod findet sie keinen
Frieden: Der Geist des verschmähten Mannes bindet ihren Geist
an sich. Rastlos müssen die beiden überirdischen Wesen in
der Welt der Menschen herumstreifen. Als eine Priesterin der
Ruhelosen Hilfe anbietet, droht der unversöhnliche Geist des
Mannes, die Priesterin auf ewig zu verfluchen.
Kritiken Aus dem
Kölner Stadtanzeiger vom 14. November 1989: "Die
Erfüllung ist nur geträumt": |
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