Meta Theater
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Projektbeschreibung
von Irene Wegner
 

 

 

 

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Zur Vorgeschichte

Als das Meta Theater Moosach 1992 eine Gastspielreise nach Shanghai und nach Beijing unternahm, entstand der Wunsch, den Theaterkontakt mit China durch eine Gegeneinladung nach Deutschland weiterzuführen. Nach ersten Überlegungen und Konsultationen mit dem chinesischen Theaterverband Shanghai und insbesondere seinem sehr engagierten Generalsekretär, Herrn Liu Angu, fiel bald die Entscheidung für das Shanghaier Kun Opernensemble, das aufgrund seiner künstlerischen Ausdrucksstärke und Reife zweifellos zu den bedeutendsten traditionellen Theatertruppen des Landes zählt. Die über vierhundert Jahre alte Kun Oper gilt überdies als die älteste und musikalisch, darstellerisch sowie literarisch anspruchsvollste chinesische Theatertradition. 
Nach den Erfahrungen anläßlich des Münchenbesuchs der Foo Hsing Peking Operntruppe aus Taipei im Jahr 1988 stand fest, daß auch das Kun Opernprojekt wieder das Konzept zum Ziel haben sollte, nicht nur spektakuläre Abendunterhaltung zu bieten, sondern vielmehr, eine tiefergehende Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen mit dieser im Westen noch weitestgehend unbekannten Kunstform zu ermöglichen. Wie 1988 wurde daher das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Theaterwissenschaft (Prof. Bayerdörfer) der Universität München geplant. Weiterhin gelang es, Herrn Prof. Everding und seine Bayerische Theaterakademie sowie Frau Prof. Vernon und das Bayerische Staatsballet für eine Kooperartion zu gewinnen. 

Schon im Sommer 1997 hatte sich der chinesische Botschafter in Bonn, Herr Lu Qiutian, bereit erklärt, die Schirmherrschaft über das Projekt zu übernehmen. Im November 1997 erfolgte dann die Zusage zur Übernahme der Schirmherrschaft durch Herrn Ministerpräsidenten Edmund Stoiber für die deutsche Seite. Diese beiden ideellen Förderungen gaben dem Vorhaben besonders in der vorbereitenden Phase der Öffentlichkeitsarbeit einen Rückhalt von außerordentlicher Bedeutung.


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Vorbereitungen

Um das Projekt auch von deutscher Seite her kompetent vorbereiten zu können, reisten Axel Tangerding und Irene Wegner im November 1997 für eine Woche nach Beijing und Shanghai. Dieser Aufenthalt diente einerseits dazu, das Vorhaben in China bekannt zu machen sowie Rat und Untersützung zu erbitten (u.a. Dt. Botschaft Beijing, Theaterverband Beijing mit dem Generalsekretär, Herrn Liu Housheng, Leiter des Goetheinstituts Beijing, Herrn Dr. Kempf, Theaterakademie Beijing, Generalkonsulat Shanghai, Herr Konsul Krüger, Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft Shanghai, Herr Bartkus).

Außerdem war es notwendig, diejenigen Mitglieder des Kun-Ensembles Shanghai persönlich kennenzulernen, die nach Deutschland fahren sollten, mit den künstlerischen und organisatorischen Leitern zusammen die endgültige Auswahl der Stücke vorzunehmen, Schauspieler- und Instrumentalisteninterviews zu machen sowie Theaterproben mitzuerleben, um einen lebendigen Eindruck der zu vermittelnden Kunst zu gewinnen.

Als ständige Gesprächspartner standen der Generalsekretär des Theaterverbandes Shanghai, Herr Liu Angu, sowie der Direktor des KunOpernhauses Shanghai, Herr Cai Zhengren, zur Verfügung, mit denen die anstehenden künstlerischen und technischen Probleme erörtert wurden. Als Mitglieder der Deutschlandreise wurden folgende Künstler vorgestellt, die alle der ersten nationalen Bühnenkünstlerkategorie angehören:

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Herr Cai Zhengren (Rollenfach xiao sheng junger kultivierter Gelehrter), 
Frau Liang Guyin (Rollenfach guimeidan junge kultivierte Frau), 
Frau Wang Zhiquan (Rollenfach daomadan Kämpferin), 
Herr Liu Yilong (Rollenfach wen chou ziviler Komiker), 
Herr Zhang Mingrong (Rollenfach wu chou kämpferischer Komiker), 
sowie die Instrumentalisten 
Herr Gu Zhaoqi (Hauptinstrument Bambusflöte dizi), 
Herr Li Xiaoping (Schlaginstrumente), 
Herr Tu Lisheng (Hauptinstrument Mundorgel sheng), 
Herr Tang Linggen (Hauptinstrument Zweisaitenfidel erhu). 

Als Organisatoren und Begleiter stellten sich vor: 
Herr Liu Angu, Generalsekretär des Theaterverabndes Shanghai, 
Herr Dr. Yu Weijie, der den Kontakt nach Shanghai hergestellt und gepflegt hatte, 
Frau Zhuang Ruiyin, eine frühere Schauspielerin, die als Inspizientin  fungieren und 
Frau Fu Fenglong, eine junge Schauspielerin, die für Kostüme und Frisuren zuständig sein sollte. 

Auf die Anfrage, ob nicht das vierte Rollenfach der bemalten Gesichter auch vertreten sein sollte, entschloß man sich, noch einen entsprechenden Darsteller dieser Kategorie, und zwar Herrn Fang Yang, mitzunehmen, was von deutscher Seite sehr begrüßt wurde. Weiterhin wurden drei Abendprogramme aus insgesamt 9 Szenen zusammengestellt, wobei jeweils die verschiedenen Aspekte der Kun Oper, wie die lyrische, die komische und die kämpferisch-akrobatische Seite, zur Geltung gebracht werden sollten. 
Anhand des Materials aus Shanghai wurde dann in München eine 36 Seiten umfassende, farbig bebilderte Einführungsbroschüre erstellt und anhand der aus Shanghai mitgebrachten Dramentexte vollständige deutsche Übersetzungen der für die Deutschlandtournee vorgesehenen Opernszenen erarbeitet, um dem deutschen Publikum das genaue Verständnis des Bühnengeschehens zu erleichtern. 

In der ersten Januarhälfte wurden an der Universität (Institut für Ostasienkunde und Institut für Theaterwissenschaft) einführende Lehrveranstaltungen zum Thema Kun Oper abgehalten. Einführungsvorträge mit Videoausschnitten, Musikbeispielen  und Dias fanden auch im Meta Theater Moosach (16.1.98), im Gartenssal des Prinzregententheaters (18.1.98) und in der Tafelhalle Nürnberg (8.2.98) statt und wurden vom Publikum mit Interesse wahrgenommen. Weiterhin
erfolgte eine umfangreiche Medieninformationskampagne.

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Projektablauf

Nach der Ankunft der Künstler in München am 22.1.98 fand am folgenden Tag im Metropolitan Presseclub am Marienplatz eine Pressekonferenz statt, anläßlich derer u.a. praktische Schauspiel-, Gesangs- und Instrumentaldemonstrationen gegeben und die ersten Rundfunkinterviews durchgeführt wurden.

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1. Abendaufführungen

Am 24., 25. und 28.1.98 fanden im Meta Theater Moosach die ersten drei Abendveranstaltungen statt. Schon bei den vorausgehenden Proben zeigte sich, daß die Künstler sich trotz des großen Klimaunterschiedes sehr schnell an die hiesigen Gegebenheiten anzupassen verstanden. Lediglich der glatte Tanzboden machte bei den akrobatischen Szenen einige Probleme. Dem nur vierköpfigen Instrumentalensemble gelang es, durch den raschen und virtuosen Wechsel der zahlreichen Musikinstrumente die Klangfarbenvielfalt des sonst viermal größeren Kun Opernorchesters erkennen zu lassen. Nach längeren, schon im November in Shanghai begonnen gemeinsamen Erörterungen über die Art der Präsentation der Szenen wurde von chinesischer Seite vorgeschlagen, vor den einzelnen Szenen keine konkreten darstellerischen Erläuterungen, sondern lediglich verbale Einführungen zu geben. Man glaubte, den Bühneneffekt zu mindern, wenn die Schauspieler schon vor ihren eigentlichen Auftritten auf der Bühne erschienen, um bestimmte Bewegungen und Sequenzen vorher zu erklären. Obwohl dies eigentlich den ursprünglichen Plänen der deutschen Seite widersprach, akzeptierte man schließlich die chinesischen Wünsche und erarbeitete deutschsprachige Szeneneinführungen, die sowohl den Inhalt als auch darstellerische und musikalische Besonderheiten umfaßten. 

Die drei Vorstellungen im Meta Theater waren sehr gut besucht und fanden beim Publikum durchwegs einhellige Begeisterung. Der Studiocharakter des Theaters ließ in den Pausen und nach den Vorstellungen regen Kontakt zwischen Künstlern und Zuschauern zu, was besonders von deutscher Seite als sehr bereichernd empfunden wurde. Auch die chinesischen Gäste bezeichneten am Ende ihres Deutschlandaufentshalts die Atmosphäre der Aufführungen in Moosach als sehr angenehm. 

Die sechs Vorstellungen im Akademietheater des Prinzregententheaters in München (29., 30., 31.1.98 und 5., 6.,7.2.98) stießen ebenfalls von Anfang an auf reges Publikumsinteresse, so daß an den letzten drei Abenden aus Platzmangel sogar zahlreiche Besucher abgewiesen werden mußten. Besonders auch die hier lebenden Chinesen, sowohl aus der Volksrepublik als auch aus Taiwan, kamen zahlreich, um dieses ungewöhnliche Theaterereignis mitzuerleben. 

Zwei weitere Aufführungen in der Münchner Region (in der Stadthalle Grafing am 4.2.98 und im als Theater umgebauten Rathaus Vaterstetten am 12.2.98) waren ebenfalls sehr gut besucht. 

Die Vorstellung im Stadttheater Landsberg (14.2.98) war bereits lange vorher ausverkauft, und man bot der Gruppe aus Shanghai an, eine Zusatzaufführung zu veranstalten, was jedoch aus schwer einsehbaren Gründen  nicht wahrgenommen wurde. Auch die Abschlußvorstellung in der Tafelhalle Nürnberg  fand in restlos gefülltem Haus statt und kann auch hier als sehr großer Publikumserfolg gewertet werden. 

1a: Maskenausstellung

Im Foyer des Akademietheaters sowie anschließend in dem des Stadttheaters Landsberg fand jeweils eine von Irene Wegner zusammengestellte Ausstellung zur Schminkkunst des chinesischen Theaters statt, in der die Anfänge der chinesischen Maskenkultur, die verschiedenen Traditionen der Theaterschminkmasken, deren Symbolik und Aufbau sowie die besonderen Eigenheiten der Masken der Kun Oper dokumentiert wurden. 

1b. Matinee Stadtmuseum

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels und dem Puppentheatermuseum des Münchner Stadtmuseums entstand die Idee, im Vortragssal dieses Museums eine Kun Opernmatinee zu veranstalten, in der praktische Einblicke in die chinesische Schminkkunst gewonnen sowie eine Szene gespielt werden sollte, die derzeit in einer Sonderauststellung des Museums als Schattentheaterszene ausgestellt wird. Daneben sollte dem Münchner Publikum Gelegenheit gegeben werden, den Künstlern Fachfragen zu stellen, um auf diese Weise direkteren persönlichen Kontakt gewinnen zu können. Die sehr informative Veranstaltung war  gut besucht und auch das praktische Publikumsinteresse war erstaunlich groß.

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2. Seminarveranstaltungen an der Universität

Im Rahmen von sechs halbtägigen Seminarveranstaltungen am Institut für Theaterwissenschaft der Universität München konnten Studenten der Theaterwissenschaft und der Sinologie fundierte Einblicke in verschiedene Bereiche der Kun Opernkunst gewinnen. Folgende Themen wurden hier erörtert und anhand von praktischen Übungen mit den Teilnehmern erarbeitet: 

1. (26.1.98) Das Auswahl-, Ausbildungs- und Trainingssystem der Kun Oper und die Rollenfächer; Leitung: Cai Zhengren und Wang Zhiquan 
2. (27.1.98) Die Grundbewegungsformen; Leitung: Liu Yilong und Liang Guyin 
3. (28.1.98) Tanz und Akrobatik; Leitung: Wang Zhiquan,  Zhang Mingrong unf Zhuang Ruiyun 
4. (2.2.98) Die Gesangstechnik; Leitung: Cai Zhengren, Liang Guyin und Fang Yang 
5. (3.2.98) Grundzüge der musikalischen Instrumentierung; Leitung: Gu Zhaoqi und Li Xiaoping 
6. (4.2.98) Kostüme und Masken; Leitung: Fang Yang und Fu Fenglong 

Die Lehrveranstaltungen stießen schon bald auf großes Interesse der Teilnehmer (Studenten und Dozenten). Insbesondere der darstellerische Teil wurde mit großer Begeisterung nachvollzogen. Mehr Schwierigkeiten machte dagegen der musiktheoretische Bereich, da hier kaum eine adäuquate deutsche Terminologie zur Verfügung steht. Allgemein wurde die professionelle Gestaltung der Seminare durch die Künstler sehr gepriesen.
 

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3. Workshop

Der Workshop für Tanz- und Theaterpraktiker fand am 31.1.98 und am 1.2.98 in den Räumen des Bayerischen Staatsballets im Platzl statt. Nach der Begrüßung durch Frau Prof. Vernon wurden mit den ca. 20 Teilnehmern in sehr konzentrierter Weise eine kämpferische (Leitung: Wang Zhiquan und Zhang Mingrong) und eine lyrische Bewegungssequenz (Leitung: Cai Zhengren und Liang Guyin) erarbeitet. Auch hier waren die Teilnehmer wieder sehr angetan von der Intensität und Professionalität der chinesischen Lehrer.

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4. Mediendokumentation

Die Abendveranstaltungen, die Seminare an der Universität sowie der Workshop im Staatsballet wurden von Studenten der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen mitgeschnitten. Für Lehr- und Dokumentationszwecke sollen die bearbeiteten Filme dann dem Kun Opernhaus Shanghai, der Bayerischen Theaterakademie und dem Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität München zur Verfügung gestellt werden. Eine kommerzielle Verwendung des Filmmaterials ist dabei ausgeschlossen worden. 

Weiterhin haben Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks verschiedene Beiträge zum Thema Kun Oper schon während des Gastspiels gesendet und mehrere Abendprogramme mitgeschnitten, um damit bis zum Herbst 1998 eine längere Sendung über die Kunst der Kun Oper zu erstellen. Aus mehreren Szenen der Abendprogramme wurden auch Aussschnitte von verschiedenen Fernsehanstalten übertragen. Seit den ersten Einführungsveranstaltungen zum Thema Kun Oper nahm die Bayerische Pressewelt durch ausgiebige Berichterstattung rege Notiz von den verschiedenen Projektbereichen.

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5. Begleitprogramm

Während ihres Aufenthaltes in Bayern wurden die chinesischen Künstler durch Vermittlung von Axel Tangerding zu verschiedenen Empfängen eingeladen. Eine erste solche Veranstaltung zu Ehren der Gäste fand am 25.1.98 auf Einladung von Herrn Landrat Vollhardt und Herrn Bürgermeister Heiler in der Stadtbücherei Grafing statt. Es erfolgte der Austausch von symbolischen Geschenken und die Einträge ins Goldene Buch der Stadt. 

Ein weiterer Empfang mit ca. 100 geladenen Gästen fand nach der Münchner Premiere im Gartensaal des Prinzregentensaals unter Anwesenheit des chinesischen Generalkonsuls,Herr Guangyao Liu, statt. Der Hausherr, Prof. Everding, begrüßte die Gäste und hob die Seltenheit und den besonderen Wert einer solchen Kulturbegegnung hervor. 
Am 26.1.98 wurden die Gäste aus Shanghai mit ihren deutschen Begleitern vom chinesischen Generalkonsul zu einem Empfang anläßlich des chinesischen Neujahrsfestes eingeladen, in dessen Verlauf die Künstler auch einige Kostproben ihrer Opernkunst darboten. 

Eine Einladung durch den Bürgermeister von Landsberg wurde am 10.2.98 wahrgenommen. Es erfolgte eine Führung durch das historische Rathaus und die mittelalterliche Stadtanlage. Am Abend wurden die chinesischen Gäste vom Intendanten des Stadttheaters Landsberg zu einem Empfang und Abendessen ins Theater eingeladen. 

Am 13.2.98 erfolgte eine Einladung zu einer Führung durch die bayerische Staatskanzlei mit anschließendem Empfang durch Herrn Oberregierungsrat Wolgang Brückl und einem gemeinsamen Mittagessen. 

Beim Empfang in Nürnberg (15.2.98) begrüßte die Intendantin der Tafelhalle die chinesischen Gäste und überreichte Geschenke. Die Künstler trugen sich ins Gästebuch ein. 

Außerdem luden die jeweilige Intendanzen zu einer Führung durch die Räume und Werkstätten der Bayerischen Staatsoper München (2.2.98) und des Staatstheaters am Gärtnerplatz (10.2.98) ein mit der Möglichkeit zu Probenbesuchen. Für den 2.2.98 offerierte die Intendanz der Staatsoper den chinesischen Gästen Freikarten für die Balletaufführung Kameliendame, die allerdings nicht in Anspruch genommen wurden. Besucht wurde dagegen am 11.2.98 eine Carmen-Aufführung im Gärtnerplatztheater, zu der die dortige Intendanz eingeladen hatte. Es erfolgte vorher eine Begrüßung durch den Intendanten und eine Einführung zum Opernhaus und der Carmen-Inszenierung durch den Chefdramaturgen. 

Am 9.2.98 lud die Firma Paulaner AG die chinesischen Gäste zu einer Führung durch die Brauanlagen des Paulaner Bräuhauses und einem anschließenden Abendessen dort ein. 

Zu einem Empfang mit anschließendem Essen lud auch die Leitung des Meta Theaters nach der dortigen Premierenaufführung am 24.1.98 in den Räumen des Theaters ein. Ein Abschiedsempfang durch das Meta Theater mit anschließendem Abendessen fand am 17.2.98 in den Galerieräumen des Hauses der stellvertretenden Vorsitzenden des Meta Theatervereins, Frau Katja Rid, statt. 

Am 14.2.98 wurde vom Meta Theater ein Ausflug ins Schloß Neuschwanstein organisiert. Eine Führung durch die historischen Anlagen der Stadt Nürnberg war für den 8.2.98 vorgesehen worden. Da die chinesischen Gäste jedoch eine anderweitige private Einladung in München wahrnehmen wollten, wurde diese Stadtbesichtigung auf den 15.2.98 verschoben. 

Ein für den 17.2.98 geplanter und organisierter Ausflug in die Tegernseer Alpen mit Gondelfahrt auf das Brauneck sowie eine alternativ vorgeschlagene Stadtbesichtigung von Augsburg wurden von den chinesischen Gästen nicht wahrgenommen.

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Resumee und Ausblick

Die beiden deutschen Organisatoren des Kun-Opernprojekts, Axel Tangerding, der Leiter des Meta Theaters Moosach, und die Sinologin und Theaterwissenschaftlerin Dr. Irene Wegner sahen sich von Anfang an mit dem Problem konfrontiert, das Publikumsinteresse für eine in Deutschland so gut wie unbekannte Theatertradition - lediglich 1985 hatte es im Rahmen eines Asienfestivals u.a. ein Gastspiel des Kun Ensembles aus Nanjing in Berlin gegeben - überhaupt erst einmal zu wecken. Dies konnte, besonders in Anbetracht des stets sehr reichhaltigen Kulturangebots im Raum München, nur mittels einer breit angelegten Medien- und Plakatkampagne im Vorfeld geschehen, die glücklicherweise auch schnell auf Resonanz stieß. 

Auch der weitergehenden Intention der Organisatoren, das Publikum nicht nur in die Theater zu locken, sondern ihnen auch persönlichen Einblick und tieferes Verständnis in diese jahrhunder#9E9E9Ete und hoch anspruchsvolle Kunstform so bieten, mußte Rechnung getragen werden durch fundierte inhaltliche Vorbereitungsaktionen sowie gezielte Übersetzungs- und Vermittlungsarbeiten. Nur so war es möglich, die allgemeine Öffentlichkeit, den akademischen Bereich und die Theaterfachwelt auf das Ereignis aufmerksam zu machen. Die Erfolge, die sich in den hohen Besucher- und Teilnehmerzahlen sowie in der überaus reichhaltigen und durchwegs sehr positiven Berichterstattung durch die Medien manifestiert haben, waren aber nur möglich dank der intensiven Mithilfe zahlreicher Individuen und Institutionen, ohne die ein Projekt dieser Größenordnung nicht erfolgreich durchzuführen ist. 
Bei einem Kulturaustausch dieser Art bildet aber auch die projektinterne Vermittlungstätigkeit einen sehr wichtigen Schwerpunkt. Obwohl die chinesische als auch die deutsche Seite über reichhaltige Erfahrungen mit fremden Theaterkulturen verfügten, kam es hier ab und zu zu kleineren Mißverständnissen, die aber aufgrund des beiderseits sehr großens Willens, hier eine längerfristige deutsch-chinesische Kooperationsgemeinschaft aufzubauen, immer wieder gütlich bereinigt werden konnten. 

Aufgrund der durchwegs sehr positiven Erfahrungen dieses Projekts streben die deutschen und die chinesischen Organisatoren an, ihre Zusammenarbeit auch künftig fortzusetzen. Für denkbar hält man ein erneutes Kun Operngastspiel der Shanghaier Truppe auch in anderen europäischen Städten, möglicherweise auch Begegnungen mit weiteren  südchinesischen Theatertraditionen sowie auch wieder Theater- gegenbesuche der deutschen Seite in Shanghai.


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Meta Theater Stand März 2000