Meta Theater
T     H     E     A     T     E     R
aktuelles Programm  Produktionen  Meta Info - Historie und Kontakt





 Di Fang Xi
 Programm aktuell
Sichuan Oper 2001
 Austellung 1000 Jahre     Theater in China




Die Musik der Sichuan Oper

Musikalisch vereinen sich in der Sichuan Oper fünf verschiedene Klangsysteme, die bis zum Ende der Qing-Dynastie und dem Anfang der Republik noch durch jeweils eigene, voneinander unabhängige Truppen repräsentiert wurden.

 

  

Im Jahr 1912 gründete man dann in der Hauptstadt Chengdu die Sanqinghui-Truppe, die die 5 Sparten offiziell vereinte und zu einem eigenen System von Darstellung, Gesang und Instrumentalmusik verschmolz. Verwendet wird durchgängig der Dialekt der Provinz Sichuan wie er in der Hauptstadt Chengdu gesprochen wird.
Der bekannteste und für den Südwesten Chinas charakteristische dieser Stile, gaoqiang, zeichnet sich durch den schon erwähnten Sologesang aus,

der meist nur sparsam von Holzklappern rhythmisch akzentuiert wird. Diese filigrane Vokalornamentik brilliert in kunstvollen Glissando-Verbindungen, gezielt eingesetztem Vibrato und im virtuosen Umspielen eines Tones in zierlich-eleganten und doch kraftvollen Melismen. Dabei ist häufig die Schlichtheit der melodischen Volksliedstrukturen nicht stilisiert worden, wie etwa in den achttaktigen Begleitformeln, die zu rezitierten Passagen gespielt werden. Außerdem kommentiert oder wiederholt ein Chor, der auch durch eine Solostimme repräsentiert werden kann, das Geschehen aus dem Orchester heraus. Früher fungierten die Chormitglieder oft auch als Schlagzeuger und waren wie diese vollständig und in Alltagskleidung auf der Bühne zu sehen. Heute befinden sie sich im seitlich abgeschirmten Orchesterbereich.

Von berühmten Peking Oper-Darstellern nach Sichuan gebracht worden, ist wohl das weitere Element, der Barbarenfiedelstil huqinqiang, bei dem die schrillen Saiteninstrumente dominieren. Eindeutig seinen Ursprung in Sichuan hat dagegen das Maskentheater dengxi, das sich aus exorzistischen Zeremonien in den Dörfern entwickelt hat und nur sehr zögerlich von den professionellen Schauspieltruppen in den Städten aufgegriffen wurde. Abnehmbaren Masken stehen hier im Gegensatz zu den sonst auf den chinesischen Bühnen üblichen Schminkmasken. Neben den dominierenden Dialogpartien, die gesprochen werden, gibt es zahlreiche alte Volksweisen, die früher bei ländlichen Volksfesten, Hochzeiten und Begräbnisumzügen verwendet wurden. Die Begleitinstrumente sind vorwiegend kleine Trommeln und Gongs.

Wandertruppen aus dem Norden Chinas brachten wohl den Klapperopernstil tanqiang nach Sichuan. Er ist geprägt vom kühnen, emotionsgeladenen Rhythmus der Holzklapper und der Begleitung durch die Mondgitarre. Das chuankun, die aus dem südlichen Yangtzebecken stammende und später nach Sichuan importierte Variante der altehrwürdigen Kun Oper mit ihren literarisch anspruchsvollen Dramen und höchst kunstvoll fließenden Melodien, bildet das fünfte Stilelement der Sichuan Oper. Beherrschendes Melodieinstrument ist hier die Bambusflöte dizi. In einem Theaterstück der Sichuan Oper werden meist 2 oder 3 dieser Musikstile kombiniert. Nur sehr sehr selten kommen alle 5 Systeme gemeinsam vor. Der gaoqiang-Stil ist am häufigsten anzutreffen und weist die ausgeprägtesten Strukturen auf.

Informationen zum Ensemble finden Sie hier unter   .



zum Seitenanfang
Meta Theater Stand März 2001